Alfred Kremer
(1895–1965)

Gestalt-Zeichen

27. Mai bis 18. Juni 2011

„Der Tod des Banderillero El Coli zu Madrid“,
Tempera auf Papier, Mo 17.8.1964 N, 14,5 x 12 cm

Zum ersten Mal sah ich Blätter von Alfred Kremer in der Jubiläumsausstellung der Galerie van de Loo zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 1987. Die Unmittelbarkeit seiner Tuschzeichnungen hat mich sofort in ihren Bann gezogen, und so erwarb ich mein erstes Kunstwerk überhaupt. Die Begeisterung hielt an und führte dazu, dass sich meine Magisterarbeit im Fach Kunstgeschichte mit Alfred Kremers Werk beschäftigte.

Was damals in Weilheim, ganz im Verborgenen, binnen der Jahre 1962 bis 1965 entsteht, ist beeindruckend: Ohne Tabuisierung erfindet Kremer – ein klassisch akademisch geschulter Maler – seinen eigenen, oft irritierenden Bilderkosmos. Er ist geprägt von seinen katholischen Wurzeln, speist sich aber im Wesentlichen aus der Abwehr gegen deren Wertekanon.

In mehrfacher Hinsicht lassen sich diese Schöpfungen als Votivbilder verstehen. Sie dienen der Abwehr und Heilung ebenso wie der Kanalisierung sexueller Phantasien. Aktuelles Tagesgeschehen wird genauso bildwürdig wie Motive von archaischer Strenge. Die Gestalt wird weitestgehend vereinfacht und wandelt sich zum Zeichen, das Welt gleichzeitig bannt und schöpft.

 

 

 

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