Heinz Schanz
(1927-2003)

Frühe Arbeiten

25. März bis 14. Mai 2011

Ohne Titel, Eitempera auf Papier, um 1958, 78 x 63 cm

Als Schüler von HAP Grieshaber studierte Heinz Schanz von 1954 bis 1960 an der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste. Seine Klassenkollegen waren Künstler wie Hans Baschang, Walter Stöhrer und Horst Antes. Schanz übernahm dort, von Grieshaber unterstützt, eine Führungsrolle unter den Studenten, wenn es um das Thema Malerei ging.

In einer stark ideologisch geprägten Kunstproduktion und Rezeption der 1950er-Jahre, einer Gesellschaft, die vergessen wollte, verschrieb sich Schanz voll und ganz einem Menschenbild, das sich dem existenziellen Trauma des in die Welt-Geworfen-Seins verpflichtete. Hinter Strichfolgen, nebelhaften Schwaden und Farbfeldern tauchen rudimentäre Gestalten auf. Sie wirken wie zurückgenommen und scheinen dennoch weit über die Grenzen des Blattes hinaus zu reichen, so als bedürfte es für sie nur mehr eines Augenblicks, um sich aus dem Dickicht herauszulösen.

Aber vielleicht bildet bei diesen auch farblich äußerst subtilen und in den Grauwerten reich nuancierten Zeichnungen gerade eben diese Verschleierung selbst ein zentrales Thema seines Schaffens.

Die Art und Weise, wie Schanz jede Art von Dekorativität und Gefälligkeit nicht nur verdrängt, sondern offensichtlich keinerlei innere Notwendigkeit der Anpassung und des Einschmeichelns beim Betrachter sucht, gibt diesem Werk auch heute eine enorme, bisweilen verstörende Kraft. Schanz hat sie jeder einzelnen Arbeit abgerungen.

So verwundert es nicht, dass der Künstler sich zeitlebens nur sehr schwer von seinen Arbeiten trennen konnte. Umso erfreulicher ist es, dass diese Ausstellung eine hervorragende Auswahl an Arbeiten auf Papier aus den späten Studienjahren von 1958 bis in die Zeit um 1964/65 vereint.

 

 

 

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