Max Weiler
(1910–2001)

Malen auf Papier

28. September bis 27. Oktober 2012

Dünner Halm, 1984
Eitempera und Bleistift auf handgeschöpftem Papier, grundiert, 65 x 109,5 cm

 

Wie fügt sich jeder einzelne Strich einer Zeichnung, jeder Farbtupfer eines Aquarells in die Gesamtheit einer Bilderfindung ein, ohne dabei seine eigene, jeweils unverwechselbare Identität im Hier und Jetzt der Schöpfung aufzugeben?
Dies scheint eine der zentralen Fragen im Schaffen von Max Weiler zu sein. So wirkt es äußerst konsequent, wenn sich die einzelnen Elemente nicht einer konkreten Raumflucht unterwerfen, sondern vielmehr an die vorperspektivischen Landschaften der Sung-Dynastie (China, 10. – 12. Jahrhundert) denken lassen. Hier wird additiv nebeneinander gesetzt, der Zufall wird inszeniert ohne seine Unmittelbarkeit zu verlieren.

Weiler folgt unbeirrt der eigen Vision eines Bildaufbaus, in dem parallel zu Künstlern wie Twombly neue Räume eröffnet werden. Wir, die Betrachter, sind aufgefordert die Details der Darstellung zu synthetisieren und sie zu einem Gesamtbild in uns zusammen zu fügen.

Ein ganzer, eigener Kosmos eröffnet sich in einem Werk, das zuletzt mit einer großartigen Übersicht in der Albertina in Wien zu sehen war. Weiler ist nach Schiele, Kokoschka und Klimt der vierte Künstler, dem die Ehre der Erstellung des Werksverzeichnisses durch die Albertina zuteil wird. Erstmals nun widmet sich am Odeonsplatz eine Verkaufsausstellung ausschließlich den Zeichnungen des Künstlers.

Nachdrücklich sei an dieser Stelle auf die zeitgleich in der Staatlichen Graphischen Sammlung München stattfindende Schau zu Max Weiler empfohlen.

 

 

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